Warum wir nicht noch einmal zu Wahl für den Senat antreten – Erfahrungsbericht von Rebecca Eulzer

Im Jahr 2008 erhielten die Grüne Hochschulgruppe und die Hochschulgruppe Sur l‘ eau von euch ein Mandat für den Senat. Es begann gleich in der ersten Sitzung mit einem Fauxpas: Die Rektorfindungskommission stellte Herrn Prof. Pollmann als einzigen Kandidaten vor. Da dieser jedoch im Laufe der Legislaturperiode die Altersgrenze überschreiten würde, hatte dieser sich nur für den Fall zur Wahl gestellt, dass es keine weiteren Interessenten für das Amt des Rektors geben würde. Es gab keine weiteren Kandidaten. Angeblich gäbe niemanden der/die geeignet wäre- ein Armutszeugnis für unsere Universität. Zumal die Satzung des Landeshochschulgesetzes beinhaltet, dass nur wählbar ist, wer die Altersgrenze nicht vor Ende der Amtszeit erreicht und dass der Vorschlag, der dem Senat vorgelegt wird, in der Regel zwei Kandidaten enthalten sollte. Für die Wahlen des Kanzlers und der Prorektoren ist dies zwar nicht im Gesetz verankert, aber auch hier blieb es jeweils bei einem Wahlvorschlag.
Weiter in der Legislatur ging es mit dem Recyclingpapierantrag. Der erste Antrag wurde nach Diskussion nicht einmal zur Abstimmung gebracht. Eine reine Empfehlung reichte mir jedoch nicht aus, weshalb ich den Antrag erneut einbrachte. Erst auf Druck wurde dieser überhaupt auf die Tagesordnung gesetzt und in verändertem Wortlaut- nur als Empfehlung- abgestimmt, obwohl ich auf eine Abstimmung des Antrages gedrängt hatte. Meine Erkenntnis: Ein Antrag kann nicht abgelehnt werden. Ein reines Abnickgremium: Wer die Hand nicht hebt ist dafür, bereits Enthaltungen erregen Aufmerksamkeit und Gegenstimmen bilden eine Ausnahme. Selbst der Vorwurf undemokratisch zu handeln, ruft keine Empörung aus und über wirklich zentrale Entscheidungen wie das neue Service-Center, das Uni-Logo oder Um- und Neubauten wird der Senat lediglich informiert. In einem solchen Gremium, in dem die Studierendenvertreter auch noch die absolute Minderheit bilden, lässt sich so wenig bewegen, dass es den Frust kaum lohnt.
Aufgrund dieser Erfahrungen haben wir uns dazu entschlossen, für die Wahl der studentischen Vertretung im Senat, keine Kandidaten aufzustellen.